Asyl/Lehre: Sachlicher Zugang wünschenswert

Asyl/Lehre: Sachlicher Zugang wünschenswert

Eine Lehre ist ein optimaler Weg zur Integration von asylberechtigten Menschen! Maßnahmen zur Integration von Personen mit Bleiberecht und Beschleunigung von Asylverfahren sollten deshalb in den Mittelpunkt gestellt werden

Die emotionale Debatte um das Bleiberecht für Asylwerber in einer dualen Berufsausbildung sollte wieder auf eine sachliche Ebene geführt werden. Viel wichtiger als ein zeitlich befristetes Bleiberecht für Asylwerber in Berufsausbildung – die möglicherweise gleich nach Abschluss der Ausbildung abgeschoben werden – wäre die Förderung und Integration der viel größeren Gruppe an arbeitslosen asylberechtigten (also mit bereits positivem Ausgang des Asylverfahrens) Frauen und Männern über den Weg der Lehre. „Wir sind der festen Überzeugung, dass eine Lehre auch integrationsfördernd für asylberechtigte Jugendliche wirkt. Es darf aber nicht Aufgabe unserer Betriebe werden, parallel zu einer ohnehin anspruchsvollen Berufsausbildung auch noch Basiskompetenzen in Deutsch oder Mathematik vermitteln zu müssen“, so DDr. Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich und Präsident der 2018 gegründeten privaten und unabhängigen Initiative österreichischer Wirtschaftstreibender.

Debatte zum Thema „Ausbildung statt Abschiebung“

Die gemeinnützige Initiative zukunft.lehre.österreich. verfolgt die Debatte um ein Bleiberecht für asylwerbende junge Menschen in einem aufrechten Lehrverhältnis mit Interesse und stellt fest, dass hier ein ganz wesentliches Thema in Zusammenhang mit der Integration medial außer Acht bleibt. Werner Steinecker, Präsident der Initiative, betont, dass es für den österreichischen Wirtschaftsstandort viel wichtiger wäre, wenn man sich mit dem gleichen Engagement für die Integration der Asylberechtigten einsetzen würde. Laut Zahlen aus dem Arbeitsmarktservice (AMS) waren im Jahr 2018 durchschnittlich rund 30.000 Personen mit Asylberechtigung – also mit positivem Ausgang des Asylverfahrens – beim AMS gemeldet. Davon waren wiederum rund 10.000 Personen unter 25 Jahre alt. In der aktuellen Diskussion dreht sich alles um die mögliche Abschiebung von knapp über 1.000 asylwerbenden Lehrlingen. z.l.ö. bedauert zwar für jeden einzelnen Asylwerber – egal ob in Ausbildung oder nicht – einen allfällig negativen Ausgang eines Verfahrens, vertraut aber darauf, dass sämtliche Behördenverfahren unter Berücksichtigung der Menschenrechte fair und objektiv geführt werden.

Integration von Asylberechtigten

Johann Kofler-Mair, Generalsekretär der Initiative, würde es sehr begrüßen, wenn politisch und gesellschaftlich die höchstmöglichen Anstrengungen unternommen werden, damit asylberechtigte Frauen und Männer aller Altersklassen für den Antritt in ein Lehrverhältnis in den notwendigen Basiskompetenzen (Deutsch, Mathematik…) gefördert werden, um im Anschluss die vollständige Integration im Rahmen einer dualen Ausbildung zu ermöglichen. Bereits heute tragen die ausbildenden Unternehmen sehr viel zur Vermittlung unserer Gesellschaftsnormen bei. Die Vermittlung von Basiskompetenzen darf zwar auch, aber nicht nur, bei den Unternehmen hängen bleiben. Johann Kofler-Mair sieht diesbezüglich die gesamte Gesellschaft gefordert.

Asylverfahren beschleunigen

Werner Steinecker ist der Ansicht, dass die Diskussion in diesem Ausmaß nicht geführt werden würde, wenn die Asylverfahren nicht so lange dauern würden bzw. gedauert hätten. Hier sollte alles in die Wege geleitet werden, dass Asylverfahren möglichst rasch und objektiv abgehandelt werden. Zeitlich zu lange dauernde Asylverfahren belasten sowohl die Asylwerbenden selbst, wie auch die gesamte österreichische Bevölkerung. Im Übrigen sollte man ernsthaft darüber nachdenken, wie man mehr Menschen auf legalem Weg nach Österreich für die Bewältigung des Fachkräftemangels, insbesondere in Mangelberufen, holen kann.

Drei Punkte sollten daher dringlich angegangen werden

  • deutliche Beschleunigung der Asylverfahren
  • intensive und individuelle Förderung der Basiskompetenzen von Asylberechtigten
  • Zusammenbringen von Unternehmen mit Asylberechtigten. Die Integration über eine duale Berufsausbildung ist die beste Startvoraussetzung für ein zufriedenes und selbstständiges Leben in Österreich.

z.l.ö.: Eine junge gemeinnützige, unabhängige Initiative

Die Initiative z.l.ö. setzt sich aus Wirtschaftsunternehmen aus ganz Österreich zusammen. Gegründet wurde sie im Jänner 2018, u.a. von der KTM AG, der Energie AG Oberösterreich, Fritz EGGER GmbH & Co OG, HOFER KG, HAIDLMAIR GmbH, BECOM Electronics GmbH, Elektro Schuster, Hotel Brückenwirt und einigen mehr. Ihr Ziel ist es, der österreichischen Bevölkerung über breit angelegte Kampagnen zu zeigen, dass die praktische Berufsausbildung in Form einer Lehre die wohl attraktivste Ausbildungsform ist, die man wählen kann. Weitere Ziele sind die Formation einer Perspektivengruppe und Implementierung eines Lehrstuhles an der Johannes Kepler Universität.

Unternehmen zur Teilnahme aufgefordert
Um das Vorhaben der Initiative weiterhin zu stärken und die Ziele möglichst rasch und effizient zu erreichen, weist der Generalsekretär von z.l.ö., Johann Kofler-Mair, darauf hin, dass alle Unternehmen, die selbst Lehrlinge ausbilden und ausbilden wollen, herzlich zur Mitarbeit im Sinne der Lehre eingeladen sind: „z.l.ö. hat sich zum Ziel gesetzt, alle österreichischen Lehrlinge über eine Plattform untereinander und mit Ausbildern und Berufsschullehrern zu vernetzen. Zudem soll es unter anderem eine österreichweite Lehrlingskarte, ein Bonus- und Weiterbildungsprogramm sowie besondere Events für Lehrlinge von Mitgliedsbetrieben geben. Neben einer breit angelegten, branchenübergreifenden Imagekampagne sind ehemalige Lehrlinge aufgerufen, Mitglieder eines großen Absolventenverbands zu werden. Sie agieren als authentisches Sprachrohr in der Gesellschaft und vermitteln neben ihren eigenen Erfolgsgeschichten die beachtlichen Vorteile und Möglichkeiten, die eine Lehre bietet. All jene, denen die Lehre und unsere Jugendlichen am Herzen liegen, sind eingeladen, sich hier aktiv zu engagieren.“

20190301_zloe_Integration von Asylberechtigten


Präsident DDr. Werner Steinecker


Generalsekretär Johann Kofler-Mair

 

Johann Kofler-Mair | 01.03.2019

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