Pressekonferenz | z.l.ö. - zukunft.lehre.österreich

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Zur Eindämmung des drohenden Fachkräftemangels in Österreich: Führende Wirtschaftstreibende starten branchenübergreifende Initiative zur Aufwertung des Stellenwerts der Lehre

Wien – z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich. Im Bild v.l.n.r.: z.l.ö-Generalsekretär Ing. Mag. Johann Kofler-Mair, z.l.ö-Vizepräsidentin Bundesspartenobfrau (Handwerk und Gewerbe) Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster, z.l.ö-Präsident Generaldirektor DDr. Werner Steinecker, MBA, Prof. Dr. Werner Beutelmeyer (Leiter market institut), z.l.ö.-Gründungsmitglied Mag. Viktor Sigl, MBA[/caption]Namhafte Wirtschaftstreibende aus ganz Österreich – unter anderem HOFER KG, Energie AG Oberösterreich, KTM AG, FRITZ EGGER GmbH, HAIDLMAIR GmbH und BECOM Electronics GmbH – haben sich zur privaten und unabhängigen Initiative „z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich.“ zusammengeschlossen. Die Aufwertung des gesellschaftlichen Ansehens der Lehre in Österreich sowie die Stärkung ihres Stellenwerts als Fundament der Wirtschaft sind die Kernziele der Initiative. „Wir müssen den Lehrlingsanteil in Österreich auf über 50% anheben, um Milliarden an Produktivitätsverlusten in Zukunft zu vermeiden!“, fordert DDr. Werner Steinecker, MBA, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich.
Drohender Fachkräftemangel kostet Milliarden
„Die Lehrlingszahlen sinken! Allein in Österreich werden uns im Jahr 2030 über 500.000 Fachkräfte fehlen und die heimische Wirtschaft damit einen Produktivitätsverlust von circa 55 Milliarden Euro erleiden, wie vorsichtige Prognosen vorhersagen. Das müssen wir ändern!“, so Werner Steinecker, der selbst als Lehrling seine Karriere startete. Als größte Herausforderung, zu deren Überwindung die Initiative gegründet wurde, identifiziert er den aktuellen gesellschaftlichen Stellenwert der Lehre. Werner Steinecker ist Präsident der Initiative, er sieht im drohenden Fachkräftemangel eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Lösung: den Lehrlingsanteil nachhaltig auf über 50% anheben. Die positiven Auswirkungen zeigen sich am Beispiel Schweiz. Dort gilt: Je mehr Menschen eine Lehre absolvieren, desto geringer die Arbeitslosigkeit, desto höher die Erwerbsquote und desto höher ist der Anteil an innovativen Unternehmen – wie eine Studie des Arbeitsforschers Prof. Rudolf Strahm beweist.
Studie: Eine Lehre öffnet Türen
Diese dramatische Entwicklung wird auch von einer vom market Institut und deren Leiter Prof. Dr. Werner Beutelmeyer durchgeführten Studie zur Attraktivität der Lehre bestätigt. „Die Jugend sieht im Studium deutlich die besten Karrierechancen, bei der Lehre hingegen ist man skeptisch“, fasst Beutelmeyer die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen. Knapp 37% der Österreicher sehen Lehrlinge und die Lehre als zu wenig geschätzt in der Gesellschaft an. Spannend sind auch die regionalen Unterschiede: Während in Salzburg, Tirol und Vorarlberg nur 21% der Jugendlichen die Lehre als weniger attraktiv einschätzen, sind es in Wien knapp 60%.
„Leider steigen diese Zahlen und bestätigen einen nationalen Trend: Lediglich ein Viertel der befragten Jugendlichen stuft die Lehre als sehr attraktiv ein“, erklärt Beutelmeyer.
Gemessen an den Erfahrungen gelernter Facharbeiter ist diese Einschätzung jedoch falsch, wie weitere Ergebnisse der Studie zeigen: „Jugendliche wünschen sich unter anderem ein interessantes Tätigkeitsfeld, ein angenehmes Betriebsklima sowie ansprechendes Gehalt“, definiert Beutelmeyer deren berufliche Ambitionen. „Genau das bietet die Lehre. Unser Ziel muss es deshalb sein, diese Diskrepanz in der Wahrnehmung der Lehre zu schließen“, erklärt Steinecker, der die Initiative z.l.ö. Anfang 2018 ins Leben rief.
Herausforderung für alle Branchen
Gerade für den Industriestandort Österreich stellen der drohende Fachkräftemangel und die sinkenden Lehrlingszahlen eine große Gefahr dar, wie Mag. Viktor Sigl, Vorstandsmitglied der KTM AG, bestätigt: „Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen! Bei KTM hat die Lehrlingsausbildung daher einen sehr hohen Stellenwert. Eine gesellschaftliche Aufwertung der Lehre und der Lehrlingsausbildung wäre allerdings wünschenswert.“
Eine ähnlich kritische Lage ist auch im Handwerk und Gewerbe zu finden, wie z.l.ö. Vizepräsidentin, Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster, WKO Bundesspartenobfrau, feststellt: „Österreich braucht nicht nur Akademiker, sondern auch viele Handwerker!“ Rund 50% aller Lehrlinge österreichweit werden in Handwerk und Gewerbe ausgebildet (Stand 2017: 44.602).
Petra Nocker-Schwarzenbacher, WKO Bundesspartenobfrau Tourismus und Freizeitwirtschaft und Vizepräsidentin der Initiative tritt dafür ein, wirtschaftliche Praxis schon frühzeitig im Schulsystem zu verankern: „Der Bezug von Praxis und Lehre muss ebenso gestärkt werden wie die Beziehung zwischen Unternehmern und angehenden Lehrlingen, damit die Lehre wieder den Stellenwert bekommt, den sie verdient. Wir sind hier alle gleichermaßen gefordert: Betriebe, Schulen und Eltern.“
z.l.ö.: Eine gesamtgesellschaftliche Initiative
Die Initiative z.l.ö. setzt sich aus führenden Wirtschaftsunternehmen und -treibenden zusammen. Ihr umfassendes Netzwerk besteht aus Partnern aus allen Bereichen von Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft und soll in weiterer Folge durch Bundesländer-Niederlassungen flächendeckend in ganz Österreich vertreten sein. Gegründet wurde sie im Jänner 2018, unter anderem von der KTM AG, der Energie AG Oberösterreich, FRITZ EGGER GmbH, HOFER KG, HAIDLMAIR GmbH, BECOM Electronics GmbH, Elektro Schuster, Hotel Brückenwirt und einigen mehr. Ihr Ziel ist es, den drohenden Fachkräftemangel in Österreich soweit als möglich einzudämmen und die Lehre wieder zur attraktivsten Ausbildungsform zu machen. Das will die Initiative durch großflächige Imagekampagnen, die Formation einer Perspektivengruppe und die Implementierung eines Lehrstuhles an der Johannes Kepler Universität erreichen.
Unternehmen zur Teilnahme aufgefordert
Um das Vorhaben der Initiative weiterhin zu stärken und die Plattformen mit Leben zu füllen, weist Generalsekretär von z.l.ö., Ing. Mag. Johann Kofler-Mair, darauf hin, dass alle Unternehmen und Lehrlingsausbilder, die selbst Lehrlinge ausbilden und ausbilden wollen, herzlich willkommen sind, an der Initiative teilzunehmen: „z.l.ö. wird alle österreichischen Lehrlinge über eine Plattform vernetzen und unter anderem eine österreichweite Lehrlingskarte, ein Bonus- und Weiterbildungsprogramm sowie besondere Events anbieten. Neben einer breit angelegten, branchenübergreifenden Imagekampagne sind ehemalige Lehrlinge aufgerufen, Mitglieder eines großen Absolventenverbands zu werden – sie agieren als authentisches Sprachrohr in der Gesellschaft und vermitteln ihre eigenen Erfolgsgeschichten, die beachtlichen Vorteile und auch Möglichkeiten, die eine Lehre bietet.“

 

 

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